Trulla24's Blog

Bitte lächeln – Zweiter Teil

Posted in fiktiver Unbekannter, Geschrappsel by trulla24 on 23. Januar 2010

Der fiktive Unbekannte blickt mich an. Irgendwie habe ich das unbestimmte Gefühl, dass er gerade versucht, meine Gedanken zu lesen.
„Nein, das tu ich nicht.“ sagt er leise.
„Was tun Sie nicht?“
„Ihre Gedanken lesen.“
„Also doch. Woher sonst wissen Sie, was ich gerade denke!“ sage ich verletzt. Ich fühle mich überwacht, kontrolliert und entmündigt.
„Ich seh das Ihnen an. Dazu ist Ihr Gesichtsausdruck einfach zu vielsagend. Aber das ist es nicht, worüber ich mit Ihnen sprechen möchte.“
„Sondern?“ frage ich leise.
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Bitte lächeln – Erster Teil

Posted in fiktiver Unbekannter, Geschrappsel by trulla24 on 22. Januar 2010

Es ist 7:30 Uhr am Morgen und ich sitze am Rechner, um meine E-Mails abzurufen. Und da ist sie wieder, die bekannte Absage, diesmal freundlich gehalten. Optimismus soll sie versprühen, Hoffnung auf baldige „Besserung“ und irgendwie Mut machen.

wir danken Ihnen für Ihre Bewerbung und das Interesse an unserem Unternehmen. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir aktuell keine Position besetzen, welche sich mit Ihren Qualifikationen und Erfahrungen deckt. Gern behalten wir Ihre Daten in unserem System und werden uns bei der Besetzung einer Position aus Ihrem Tätigkeitsgebiet wieder mit Ihnen in Verbindung setzen.

Selbstverständlich können Sie sich auch auf unserer Karrierewebsite ***** über aktuelle Stellenangebote informieren. Sollten Sie sich für eine Vakanz interessieren, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Tja, so ist es eben, wenn man Initiativbewerbungen verschickt. Irgendwie fühle ich mich nicht gut, am Ende eines Weges angekommen, von dem aus es nicht weitergeht. Früher hätte ich gejubelt ob dieser Nachricht, dass man meine Daten im System behalten werde. Ja, früher. Aber heute? Heute weiß ich, dass dies nur eine Floskel ist, um ansatzweise etwas Sympathie zu vermitteln. Auch wenn ich diese Form der Absage gut finde, ist es eine Absage, bleibt eine und daran wird sich nie etwas ändern.

Hinter mir höre ich ein Rascheln und die mir inzwischen bekannte Stimme des fiktiven Unbekannten.

„Haben Sie mal einen Stift?“ und ich seh seine diffuse Hand vor meinem Gesicht nach dem Kuli greifen.

„Seit wann sind Sie schon da?“ Ich dreh mich um.
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Intro

Posted in fiktiver Unbekannter, Geschrappsel by trulla24 on 20. Januar 2010

Heute ist Waschtag, eine der wenigen spannenden Abwechslungen in meiner alltäglichen Langeweile. Es ist gegen 11 Uhr und ich bin grad dabei, die Schmutzwäsche für die Waschmaschine zu sortieren, als es an der Haustür klingelt. Erst einmal, dann nochmal und dann im Dauerton. Ein wütendes Hundegebell begleitet das schrille Klingeln..

„Einen Moment!“ rufe ich entnervt. „Ich komme ja schon!“ und schmeiße dabei die eine rote Socke auf den Haufen mit der weißen 60 °C Wäsche. „Das ist wichtig,“ denke ich mir und rase die Kellertreppe nach oben. „Das muss wichtig sein! Hoffentlich ist nix passiert!“

Im Flur steht mein „noch-drei-Eckzähne-Hund“, wütend die Haustür ankläffend, und durch die Glasscheibe erkenne ich die Silhouette einer Männergestalt. Er scheint dick und dünn, lang und kurz, blond, kahlköpfig, bärtig, mit glattem Gesicht. Verwundert betrachte ich ihn mir und egal welche Perspektive ich einnehme, er verändert sein Erscheinungsbild. Nur eines bleibt – sein Finger auf der Klingel und mein wütend bellender Hund. Zaghaft öffne ich die Tür, aber nur so weit, dass meine Nase durchpasst.
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Fad

Posted in fiktiver Unbekannter, Geschrappsel by trulla24 on 20. Januar 2010

Gerade bin ich dabei, mir meine zweite Tasse Kaffee zum Frühstück einzuschenken, als ich ein Räuspern und ein Zeitungsrascheln höre.

„Na, haben Sie sich heute schon den Stellenmarkt angesehen?“ fragt mich der fiktive Unbekannte mit seiner dunklen Stimme. „Nein, habe ich noch nicht, aber mach ich nachher noch..“ antworte ich ihm mit vollem Mund.
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Was essen Sie denn da?

Posted in fiktiver Unbekannter, Geschrappsel by trulla24 on 19. Januar 2010

So stell ich mir die Frage des fiktiven Beobachters vor, der mir gerade beim Essen zusieht.

„Was soll das denn sein?“ fasst er nach und schaut irritiert auf meine große etwa 400ml fassende Tasse.

Genussvoll esse ich meine gerade eben von mir erfundene Suppe, Löffel für Löffel, und lasse mich von seinen Fragen nicht stören. „Sowas schmeckt?“ Sein Gesicht verzieht sich angewidert. „Wie sieht das denn überhaupt aus!“
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