Trulla24's Blog

Konditionstraining für HartzIV

Posted in Arbeitssuchend, Gesellschaft, HartzIV, nicht wahr, Satire by trulla24 on 20. Januar 2010

Irgendwie hat diese Meldung für mich irgendwie etwas von „vorauseilendem Gehorsam“ gegenüber Roland Koch und seinen Forderungen für die Arbeitseinsätze von HartzIV’lern. Es ist wirklich urig, was der Tagesspiegel in seiner morgigen Ausgabe zu berichten weiß.

Im Neuköllner Einkaufszentrum Kindl-Boulevard dürfen Hartz-IV-Empfänger auf dem Weg ins Jobcenter im ersten Obergeschoss die Rolltreppe nicht benutzen. Wer das Absperrband ignoriert, bekommt es mit den Wachleuten zu tun, die das gerade eingezogene Amt beschützen. Die Sicherheitsleute verweisen auf den Weg über die Steintreppe oder die Fahrstühle weiter hinten in der Passage. Aus Sicherheitsgründen, wie Uwe Mählmann sagt, (…)

Da HartzIV’ler bekannterweise ja nur faul sind, sind sie wegen ihres dauerhaften Alkoholkonsums auch besonders fett. Volkssport scheint hier nun die neue Devise zu sein, die ausgerufen wurde. Man könne die Steintreppen verwenden, die weiter entfernt nach zum Jobcenter im ersten Stock führen. Die Begründung für diese Sperrmaßnahme nämlich hat schon was, wirklich:

Wer also am oberen Ende der Rolltreppe stehen bleibt, um diese Abbieger durchzulassen, provoziert dadurch eventuell einen Auffahrunfall mit nachfolgenden Rolltreppenbenutzern.

Leider aber ist bislang wohl noch nichts in der Art passiert. Aber schon allein in dieser Begründung liegt für mich die Annahme versteckt, dass im Falle eines „Rolltreppen-Benutzer-Staus“ die Kunden des Jobcenters zu faul und zu dumm sind, die Treppe zu benutzen.

Nun frage ich mich, wie die Sicherheitsbeamten die Kunden des Jobcenters in Neukölln erkennen? Kann es sein, dass diese schon die von mir vorgeschlagenen „HartzIV-Armbinden“ tragen?

Nein, Diskriminieren tun wir doch nicht! Wo kämen wir denn da hin?

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Eh du da…

Posted in Arbeitssuchend, Offener Brief, Satire, Unter uns by trulla24 on 18. Januar 2010

Eh Du, Marc,

Ich finde es wirklich toll, wie du mich mit deiner Stellenanzeige ansprichst. Doch, du hast genau den richtigen Job für mich. Und JA, du, ich bin ein echter Kumpeltyp, lasse mich sofort von allen und jedem duzen, auch von dir. Dass wir uns noch nicht kennen, ist dabei ganz unwesentlich. Doch, Marc, du hast da den richtigen Ton getroffen.

Das Duzen, wie du es praktizierst, ist wirklich dienlich, Strukturen zu schaffen und Aufgaben auf andere zu übertragen. Und dies als Assistent der Qualitätssicherung. Du, das ist sowas von super….

Doch, Marc, du machst es mit der Stellenausschreibung genau richtig.

Mit duzlichen Grüßen
Deine Trulla

Da frage ich mich doch glatt, ob ich nicht mal zurück schreiben sollte..

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Faszinierend

Posted in Arbeitssuchend, Unter uns, web2.0 by trulla24 on 18. Januar 2010

um es mal in die Worte des Vulkaniers Spock zu verpacken:

Bewirbt man sich, wie ausdrücklich gefordert, per E-Mail auf eine Stellenausschreibung, darf man(n) inzwischen mindestens genauso lang auf Bestätigungsmails warten als wenn man den Postweg gewählt hätte. Ehrlich, wo liegt das Problem, eine eingangene Mail per Re: zu bestätigen?

Aber ja doch, sicherlich entspreche ich mit meinen Ansprüchen nicht den Erwartungen und der Qualifikation der Stellenausschreibungen. Erfahrungsgemäß werden dann nämlich auch die E-Mail-Absagen Monate brauchen und von einer studentischen Hilfskraft verschickt….

By the way, die Stellenausschreibungen auf der Seite der Arbeitsagentur, über die ich hier geschrieben habe, sind immer noch online! Inzwischen überlege ich, ob ich die Referenznummern publizieren soll, damit Ihr Euch auch mal „bewerben“ könnt…

Alles nur gefaked?

Posted in Arbeitssuchend, Gesellschaft, Manipulation, Unter uns by trulla24 on 14. Januar 2010

Manche meiner LeserInnen wissen, dass ich seit längerem auf der Suche nach einer neuen Anstellung bin. Aus diesem Grund beobachte ich den Arbeitsmarkt in der Region und darüber hinaus mehr als intensiv. Der Grund ist ein ganz profaner: ICH WILL WIEDER ARBEITEN! Basta!

Aber das, was mir da so begegnet, lässt mir manchmal doch die Haare zu Berge stehen.

An die Tatsache, erst gar keine Antwort auf meine Bewerbungen zu erhalten, habe ich mich schon längst gewöhnt. Und wenn mal eine Antwort in Form einer Absage im wahrsten Sinne des Wortes „eintrudelt“, dann aber erst Monate später und mit keinem Wort des Bedauerns für die verspätete Absage, ist auch nicht mehr untypisch, wenngleich doch noch nicht die Regel. Dennoch, das ist nicht das Thema, sondern die Tatsache, dass viele Personaldienstleister seit Monaten ein und die selbe Anzeige mit dem selben Wortlaut online stehen haben.

Man sucht Assistenten für die GF oder aber Teamassistenten mit Englischkenntnissen / Powerpoint-Kenntnissen/ Kenntnissen im Veranstaltungsmanagement uvm. Klar, dass ich mich darauf auch beworben hatte, aber das schon im Oktober bzw. November letzten Jahres. Im Dezember dann rief ich mal eine dieser Agenturen an und erkundigte mich danach, warum meine Bewerbung bei dieser oder jener Ausschreibung nicht berücksichtigt würde, und ich erhielt die Auskunft, dass diese Stelle kurzfristig zurückgezogen worden wäre und man sie demnächst löschen wollte.

Heute dann schaute ich nach, ob die oder jene Stelle immer noch online ist und musste feststellen, dass erst vor wenigen Tagen letzte Änderungen vorgenommen worden waren. Also rief ich wieder an und erkundigte mich erneut. Man könne sich gar nicht erklären, warum die Stelle noch online sei, und die Änderung am 11.1.??, die hätte man gar nicht vorgenommen, wie dieses Merkmal dort hinterlegt worden wäre, könne man sich auch nicht erklären.

Ich kann mir das erklären: die Stellen gibt es nämlich gar nicht! Sie dienen in meinen Augen nur dazu, einen Pool an „Beute“ aufzubauen, mit dem man dann bei Großkunden protzen kann, so nach dem Motto: „Schaut mal, soviele kompetente *Mitarbeiter* haben wir, wir sind doch gut! Bucht über uns!“

Vorhin rief ich nämlich eine private Personalvermittlungsagentur an, die eine Anzeige (Assistentin in einem bestimmten Medienhaus) seit August 2009 online hat. Die letzte Änderung der Anzeige auf den Seiten der Arbeitsagentur hatte ebenfalls vor wenigen Tagen stattgefunden. Also wollte ich wissen, ob die Stelle wirklich noch frei ist und welche Anforderungen denn verlangt würden, die bislang noch nicht erfüllt wurden.

Mit ihrer piepsigen Stimme (ich war beinahe geneigt, ihr ein Atemtraining zu empfehlen) fragte sie mich, ob ich arbeitslos sei, was ich dann in „ich sei arbeitssuchend“ korrigierte. Neee, das meinte sie doch so nicht, es gäbe doch auch Personenkreise, die sich aus einer Festanstellung heraus verändern wollten. Okay, dazu konnte ich nichts erwidern.

Ich solle, so bot sie mir spontan in ihrer mehr als unangenehmen Stimme an, doch mal bei ihr im Büro vorbei kommen, sie hätte ganz viele Angebote in ihrer Datenbank. Die wolle sie dann mal gemeinsam mit mir durchgehen und nach einer geeigneten Stelle suchen. Die Datenbank nämlich sei über das Internet nicht erreichbar.

Ich sprach sie wieder auf die Stelle an und da sagte sie mir, dass diese Stelle schon längst besetzt sei, sie diese aber auf den Seiten der Arbeitsagentur online lasse, da sie ähnliche Stellen im Angebot habe. Damit war mein Verdacht schon bestätigt, dass hier offensichtlich Unterlagen von hoffenden BewerberInnen gesammelt werden.

Ich empfahl ihr, diese Stelle schnell zu löschen, denn das wäre nicht fair den Suchenden gegenüber. Ja, das wolle sie auch machen, kam darauf von ihr. Wer das glaubt, wird seelig! Und wer es nicht glaubt, kommt trotzdem in den Himmel!

Dieses Stellenangebot werde ich auch jetzt mal beobachten. Und sollte die Stelle nächste Woche noch online sein, dann geschieht diesem Personaldienstleister genau das, was auch dem anderen heute geschah: ich rufe dann bei der Arbeitsagentur an und melde den Vorgang. Denn hier wird offensichtlich auf eine ähnliche Weise Adress- bzw. Datenmaterial gesammelt, von Menschen, die wirklich annehmen, dass die Stellen real existieren. Und ich wage mal zu behaupten, dass das nicht gerne gesehen wird…

Höchstwahrscheinlich sind nämlich rund 50% der von Personalvermittlungsagenturen ausgeschrieben Stellen nur gefaked. Sie existieren gar nicht, und wenn, dann war das wahrscheinlich die letzte wirklich erfolgreiche Stellenanzeige, die sie im Auftrag eines Kunden schalten konnten Und das schließe ich mal aus meinen Beobachtungen des Arbeitsmarktes.